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Das Sternchen (*) wird auch als Form der geschlechtergerechten Sprache benutzt, beispielsweise ‘Leser*innen’, um auch nicht-binäre Menschen einzuschließen. Manche Menschen schreiben auch hinter Wörter wie “trans” oder “inter” ein *, um zu zeigen, dass an das Wort verschiedene Endungen wie “-sexuell”, “-geschlechtlich” und “-gender” angehängt werden können.
#MeToo bezeichnet eine seit 2017 weltweit verbreitete soziale Bewegung gegen sexuelle Belästigung, sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch. Der Hashtag wurde insbesondere durch Berichte von Frauen über Erfahrungen in der Film- und Medienbranche bekannt und machte sichtbar, wie verbreitet sexualisierte Übergriffe und Belästigung sind. #MeToo ermutigt Betroffene, ihre Erfahrungen öffentlich zu teilen und gesellschaftliche Strukturen zu hinterfragen, die solche Übergriffe begünstigen oder deren Aufarbeitung erschweren. Die Bewegung trug dazu bei, Debatten über Machtverhältnisse, Verantwortlichkeit und den Umgang mit sexualisierter Gewalt in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen anzustoßen.
Abolitionismus entstand aus Bewegungen die sich im 18. und 19. Jahrhundert für die Abschaffung der Sklaverei einsetzten. Heute ist umstritten, in welchem Verhältnis moralische Überzeugungen und ökonomische Interessen als Motive des historischen Abolitionismus standen.
Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff zudem im Zusammenhang mit der Forderung nach der Abschaffung staatlicher Regulierung und Kontrolle der Prostitution verwendet.
Seit 1970 entwickelte sich insbesondere in den USA, Skandinavien und Deutschland eine weiter gefasste abolitionistische Strömung. Sie richtet sich gegen Formen staatlicher Herrschaft und institutioneller Gewalt, insbesondere gegen rassistische Gewalt sowie Übergriffe und Sanktionen durch Polizei, Justiz und Strafvollzug. Im Mittelpunkt steht die Kritik an gesellschaftlichen Verhältnissen, in denen soziale Probleme durch Kontrolle, Bestrafung und Ausschluss bearbeitet werden. Stattdessen wird nach Formen des Zusammenlebens gesucht, die auf sozialer Sicherheit, Teilhabe, Unterstützung und der gleichberechtigten Verfügung über gesellschaftliche Ressourcen beruhen. Heute wird Abolitionismus insbesondere im Zusammenhang mit der Kritik an Polizei, Gefängnissen, Strafsystemen und anderen Institutionen sozialer Kontrolle diskutiert. Dabei geht es nicht allein um die Abschaffung einzelner Institutionen, sondern auch um die Frage, welche gesellschaftlichen Funktionen diese Institutionen erfüllen und welche Alternativen an ihre Stelle treten können. Abolitionistische Ansätze fragen beispielsweise, wie auf Gewalt, Konflikte, Armut oder psychische Krisen reagiert werden kann, ohne primär auf Überwachung, Bestrafung oder Freiheitsentzug zurückzugreifen.
Abolitionistisches Handeln beschreibt in diesem Zusammenhang eine politische und soziale Praxis, die bestehende Formen von Kontrolle und Ausschluss kritisch hinterfragt und gleichzeitig konkrete Alternativen entwickelt. Dazu können beispielsweise solidarische Unterstützungsstrukturen, gemeinwesenorientierte Konfliktbearbeitung, soziale Versorgung oder Ansätze der transformativen bzw. wiederherstellenden Gerechtigkeit gehören. Abolitionistisches Handeln verbindet somit die Kritik an bestehenden Macht- und Herrschaftsverhältnissen mit dem Aufbau anderer Formen des Umgangs mit Konflikten und sozialen Problemen. Ziel ist es, Bedingungen zu verändern, unter denen Gewalt, Ausgrenzung und soziale Ungleichheit entstehen, anstatt diese ausschließlich staatlichen Sanktionen zu überlassen.
Absolutismus lässt sich von dem lateinischen Wort „absolut“ ableiten und bedeutet „uneingeschränkt“ oder „losgelöst“. Mit Blick auf Herrschaft bedeutet das, dass ein Monarch oder einzelner Herrscher ohne die Beachtung von Gesetzen herrscht und sich über jeden Widerspruch hinwegsetzt. Herrscher, die Absolutismus ausüben, fühlen sich häufig vom (einem) Gott auserwählt.
Adultismus leitet sich vom englischen Wort adult („Erwachsene“) ab und bezeichnet eine Form der Altersdiskriminierung, bei der Kinder und Jugendliche aufgrund des strukturellen Machtgefälles zu Erwachsenen benachteiligt werden. Dieses Ungleichgewicht wird durch gesellschaftliche Normen, institutionelle Strukturen, Gesetze, Traditionen und alltägliche Gewohnheiten verstärkt – etwa indem Arbeit und Lohnverdienst höher bewertet werden als das spielerische Tun von Kindern. Im Alltag äußert sich Adultismus auf verschiedene Weise: durch körperliche Grenzüberschreitungen wie ungefragtes Berühren, durch abwertende Sprachmuster („Wir sind doch nicht im Kindergarten!“, „Trotzphase“), durch das Ignorieren von Fragen und Bedürfnissen junger Menschen oder sogar durch physische Gewalt. Auch scheinbar schützende Regeln können adultistisch wirken, wenn sie ausschließlich für Kinder und Jugendliche gelten und ohne Erklärung einfach gefordert werden, weil von ihnen erwartet wird, dass sie gehorsam sind. So entsteht ein System, das die Stimmen und Rechte junger Menschen systematisch unterdrückt.
Der Ausdruck „afrodeutsch“ entstand 1984 im Dialog mit der US‑Autorin Audre Lorde und war damals ein bewusstes Gegenstück zu den kolonial‑ und rassistischen Fremdbezeichnungen, die ein homogenes, weißes Bild Deutschlands propagierten und zugleich die eigene Kolonialvergangenheit verdrängten. Indem man sich an „afroamerikanisch“ orientierte und die Black‑Power‑Bewegung ansprach, wollte man eine mobilisierende Identität schaffen, die Schwarze Menschen mit afrikanischem oder afroamerikanischem Hintergrund und einem deutschen Elternteil zusammenbrachte. Heute versteht man darunter Personen, die sich als Deutsche der afrikanischen Diaspora identifizieren. In der Praxis wird häufig die allgemeinere Selbstbezeichnung „Schwarze Deutsche“ verwendet, die sowohl das afrikanische Erbe als auch die vielfältigen kulturellen Verbindungen dieser Menschen zu Afrika anerkennt.
Allyship, das heißt wörtlich „Verbündet-sein“, beschreibt das bewusste Einsetzen von Menschen, die aus einer privilegierten Position kommen, zugunsten von Gruppen, die strukturell benachteiligt sind. Ein Ally ist dabei nicht nur jemand, der Diskriminierung erkennt, sondern auch aktiv dagegen vorgeht, selbst wenn das für ihn persönlich unangenehm oder nachteilig sein kann. Kern der Haltung ist die Reflexion eigener Privilegien – jene Vorteile, die vielen als selbstverständlich und „normal“ erscheinen. Im Kontext von Rassismus bedeutet das zum Beispiel, dass weiße Menschen ihre Stellung nutzen, um People of Color sichtbar zu machen und ihre Stimmen zu stärken, etwa indem Bühnen und Plattformen geteilt werden. Außerdem bedeutet es, strukturelle Ungerechtigkeiten aufzudecken und zu bekämpfen. Wichtig ist, dass Allyship keine einmalige Auszeichnung, sondern ein fortlaufender Prozess ist. Man ist nicht dauerhaft ein Ally, sondern muss immer wieder konkret handeln, wenn sich die Gelegenheit bietet. Oberflächliche Selbstinszenierung, die die eigene Privilegiertheit in den Vordergrund stellt, widerspricht dem Prinzip. Stattdessen erfordert echte Verbündetenschaft Mut, ständige Selbstkritik und den Willen, die bestehenden Strukturen nachhaltig zu verändern. Grundsätzlich geht es im Allyship darum, Betroffene Personen zu rezentrieren und dafür als privilegierte Person Verantwortung zu übernehmen. (Quelle: https://niawrites.medium.com/modifying-silk-ring-theory-for-allyship-c7ae4963912d)
Ageism bzw. Altersdiskriminierung, umfasst jede Benachteiligung, die allein wegen des (oft angenommenen) Lebensalters erfolgt. Damit fallen nicht nur ältere Menschen, die etwa zu früh in den Vorruhestand gedrängt werden, sondern ebenso Jugendliche, denen pauschal Kompetenzen abgesprochen oder bestimmte Interessen zugeschrieben werden (siehe Adultismus). Die Folgen reichen von eingeschränkten Chancen im Arbeitsmarkt bis hin zu einer generellen Ausgrenzung aus dem gesellschaftlichen Leben. Kurz gesagt: Wer Menschen wegen ihres Alters anders behandelt – sei es im Beruf, in der Bildung oder im Alltag – praktiziert Ageism.
Antiasiatischer Rassismus bezeichnet die Diskriminierung und Unterdrückung von Menschen, die als asiatisch gelesen werden. Er beruht auf kolonialen Vorurteilen, die Asiat*innen als fremd, unzivilisiert, exotisch oder gefährlich darstellen, und erstreckt sich auf Sprach‑ und Hygienestereotype. Geschlechtsspezifisch werden asiatische Männer häufig feminisiert, während asiatische Frauen als geheimnisvolle, unterwürfige Sexualobjekte exotisiert werden. Das „Model‑Minority‑Myth“ – die Vorstellung, Asiat*innen seien per se fleißig und erfolgreich – dient dazu, andere marginalisierte Gruppen zu diffamieren und strukturellen Rassismus zu leugnen. Historisch reicht das Phänomen von der Aufklärung über die „Gelbe Gefahr“ im 19. Jahrhundert bis zu NS‑Verfolgungen chinesischer Menschen. Nach dem 2. Weltkrieg folgten Gewaltakte wie der Brandanschlag in Hamburg 1980 und die Pogrome von Hoyerswerda (1991) und Rostock‑Lichtenhagen (1992) oder der Anschlag in Atlanta 2021, bei dem 8 Menschen ermordet wurden. Während der Corona‑Pandemie stieg die Hetze stark an, weil Asiat*innen fälschlich als „Virusüberträger*innen“ gebrandmarkt wurden. Der Begriff wird manchmal durch „Rassismus gegen Menschen aus Ost‑ und Südostasien“ ersetzt, um die Vielfalt Asiens zu betonen. (Quelle: https://heimatkunde.boell.de/de/2021/04/01/anti-asiatischer-rassismus-atlanta-attentat-deutschland)
Antifaschismus bedeutet heute im alltäglichen Sprachgebrauch sich aktiv gegen die konkreten Erscheinungsformen des Rechtsextremismus und Faschismus zu stellen. Das reicht von Demonstrationen gegen rechte Veranstaltungen bis hin zu einer kritischen Auseinandersetzung mit deren Ideologie – sowohl theoretisch als auch praktisch.
Antifeminismus ist die Gegenbewegung zum Feminismus, die aktiv die Gleichstellung aller Geschlechter behindern will. Sie verteidigt angebliche Rechte und Privilegien von Männern und Jungen und diskreditiert feministische Forderungen und Errungenschaften. Die Haltung ist fest in rechtspopulistischen, konservativen und extrem rechten, islamistischen sowie christlich‑fundamentalistischen Weltanschauungen verwurzelt.
Ein zentrales Merkmal ist das bewusste Ignorieren historischer Machtungleichheiten zwischen Männern und Frauen. Maßnahmen wie zum Beispiel die Frauenquote werden als Benachteiligung von Männern präsentiert, obwohl sie eigentlich strukturelle Diskriminierung ausgleichen sollen.
In jüngerer Zeit richten antifeministische Akteur*innen ihr Augenmerk besonders auf das „Gender-Konzept“. Sie attackieren nicht nur feministische Bewegungen, sondern auch die Anerkennung von geschlechtlicher, sexueller und familiärer Vielfalt. Gender‑ und Queer‑Studien, geschlechtergerechte Sprache und Forschung werden pauschal als „Gender‑Ideologie“ diffamiert. Damit fördert der Antifeminismus ein antimodernes, heteronormatives und patriarchales Weltbild, das eng mit anderen Diskriminierungsformen wie Rassismus und Antisemitismus verknüpft ist.
Antisintizismus bzw. Antiziganismus bezeichnet eine spezifische Form von Rassismus gegenüber Sinti und Roma. Er zeigt sich in Vorurteilen, sozialer Ausgrenzung, institutioneller Diskriminierung und Gewalt und ist strukturell in gesellschaftliche Machtverhältnisse eingebettet.
Der Begriff macht deutlich, dass die betroffene Gruppe nicht „natürlich“ existiert, sondern erst durch rassistische Zuschreibungen sozial hergestellt wird. Antiziganistische Stereotype stellen Sinti und Roma als „unzivilisiert“, „nicht sesshaft“ oder „nicht integrierbar“ dar und konstruieren sie als Gegenbild zur Mehrheitsgesellschaft. Diese Bilder prägten jahrhundertelang Wahrnehmungen und legitimierten Verfolgung, bis hin zum nationalsozialistischen Völkermord an Sinti und Roma (Porajmos). Der Begriff Antiziganismus wird heute in Politik, Wissenschaft und staatlichen Institutionen verwendet und ist in offiziellen Dokumenten verankert. Gleichzeitig ist der Begriff umstritten, da er auf einer rassistischen Fremdbezeichnung beruht und diskriminierende Zuschreibungen reproduzieren kann. Als Alternativen werden Antiromaismus oder Gadjé-Rassismus genutzt. Antiromaismus wird als präziser angesehen, schließt aber nicht immer alle Sinti ein. Gadjé-Rassismus verschiebt die Perspektive: Er benennt nicht die markierte Gruppe, sondern die Mehrheitsgesellschaft („Gadjé“) und ihre Rolle bei der Herstellung und Aufrechterhaltung rassistischer Strukturen. Je nach Kontext werden daher verschiedene Begriffe parallel genutzt, da keiner die historischen und politischen Dimensionen vollständig abbildet.
Apartheid war ein politisches System der Rassentrennung in Südafrika in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Menschen wurden anhand ihrer Hautfarbe in acht verschiedene Gruppen eingeteilt. Obwohl überwiegend Schwarze Menschen in Südafrika lebten/leben hatten weiße Menschen das politische Sagen und die Macht über Banken, Wirtschaftsbetriebe und Ackerbau. Schwarze Menschen wurden verfolgt und inhaftiert. Es kam zu einer starken Widerstandsbewegung, einer der berühmtesten Widerstandskämpfer war Nelson Mandela, der wegen seinen Aktivismus 27 Jahre im Gefängnis saß. Die Apartheid wurde Anfang der 1990er aufgehoben, 1994 duften alle Südafrikaner*innen unabhängig von ihrer Hautfarbe zum ersten Mal an freien Wahlen teilnehmen. Bis heute bestehen rassistische Strukturen fort.
Aromantik ist eine romantische Orientierung, bei der Menschen zeitweise oder dauerhaft, kaum oder überhaupt keine romantische Anziehung zu anderen empfinden. Aromantik ist dabei sowohl eine spezifische romantische Orientierung als auch ein Sammelbegriff für verschiedene Orientierungen auf dem aromantischen Spektrum. Eine aromantische Person ist nicht zwangsläufig auch asexuell.
Asexualität ist eine sexuelle Orientierung, bei der Menschen kaum, nur teilweise/manchmal oder gar keine sexuelle Anziehung zu anderen Menschen verspüren. Asexualität ist ein Spektrum, daher gibt es unterschiedliche asexuelle Lebensführungen.
Audismus beschreibt die Abwertung und Benachteiligung Tauber Menschen. Dahinter steht die Vorstellung, dass Hören und Sprechen „normaler“ oder wertvoller seien und ein Leben ohne Gehör grundsätzlich als minderwertig gilt. Dadurch werden nicht nur Taube Personen als „defizitär“ betrachtet, sondern auch die Gehörlosenkultur und Gebärdensprachen abgewertet und an den Rand gedrängt.
Autonomie kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „Selbstgesetzgebung“. In der Autonomie spricht man von einzelnen Menschen, einer Gruppe oder ggf. Staaten, die die eigenen Verhältnisse, Gesetze und Regeln selbst bestimmen und politische Entscheidungen treffen können, ohne dass andere Länder oder Staaten sich einmischen. Autonomie kann auch eine angestrebte Lebensform sein, bei der das Ziel ist, in einer herrschaftsfreien Gesellschaft, in der es keinerlei Autoritäten gibt, zu leben.
Behinderung bezeichnet Einschränkungen der gesellschaftlichen Teilhabe, die im Zusammenspiel von körperlichen, psychischen, kognitiven oder sensorischen Konditionen und gesellschaftlichen Barrieren entstehen. Diese Barrieren können beispielsweise baulicher, institutioneller, sozialer oder kommunikativer Art sein. Behinderung ist daher nicht ausschließlich als (medizinische) Beeinträchtigung zu verstehen, sondern auch als Ergebnis gesellschaftlicher Strukturen und Bedingungen, die Teilhabe ermöglichen oder erschweren
BIPoC steht für Black, Indigenous und People of Colour. Der Ausdruck hebt bewusst die besonderen Erfahrungen von Schwarzen und indigenen Menschen hervor – von körperlicher Gewalt über kulturelle Auslöschung bis hin zu struktureller Diskriminierung. Als politische Selbstbezeichnung dient BIPoC dem Empowerment: Er entstand aus Widerstand und symbolisiert den gemeinsamen Kampf gegen Unterdrückung und für mehr Gleichberechtigung.
Bisexualität bezeichnet die romantische oder sexuelle Anziehung zu mehr als einem Geschlecht und schließt auch nicht-binäre Personen ein. Sie ist eine vielfältige, dynamische Orientierung und wird im LGBTQIA+-Spektrum oft missverstanden. Bisexuelle Menschen sind häufig mit Vorurteilen konfrontiert – etwa sie seien „unentschlossen“ oder promiskuitiv –, was zu Stigmatisierung und Unsichtbarkeit führen kann. Diese bifeindliche Einstellungen finden sich sowohl in der Mehrheitsgesellschaft als auch innerhalb queerer Communities. Außerdem wird manchmal fälschlicherweise angenommen, dass sich Bisexualität nur auf Männer und Frauen bezieht (und damit binäre Geschlechternormen reproduziert). Es macht Sinn, die historische Entwicklung des Begriffes mitzudenken und Bi eher als Begehren des eigenen und auch anderer Geschlechter zu verstehen – also quasi äquivalent zu Pansexualität.
Bodyismus bezeichnet die Diskriminierung von Menschen, deren Körper von gesellschaftlichen Schönheits‑ und Gesundheitsnormen abweicht. Diese Normen – oft sexistisch und rassistisch geprägt und durch Medien, Werbung und Influencer*innen verbreitet – bestimmen, wer als attraktiv, gesund und damit erfolgreich gilt. Wer nicht ins Ideal passt, erlebt psychische und physische Angriffe sowie strukturelle Benachteiligungen auf individueller, institutioneller und kultureller Ebene. Der Begriff überschneidet sich mit Lookismus, welcher sich ausschließlich auf ästhetische Bewertungen konzentriert, während Bodyismus zusätzlich Leistungs‑ und Produktivitätsvorstellungen einbezieht. Beide Phänomene sind eng mit anderen Diskriminierungsformen wie Rassismus, Sexismus, Ableismus, Fettfeindlichkeit und Klassismus verknüpft.
Braver Space (auf deutsch „mutiger Raum“) ist ein Konzept, welches in den letzten Jahren vor allem in den USA in diskriminierungskritischen, aktivistischen und pädagogischen Kontexten in Auseinandersetzung mit bzw. als Weiterentwicklung von Safer-Space-Ansätzen entwickelt wurde. Braver Spaces sind in diesem Sinne Räume, die die Nutzer*innen dazu ermutigen wollen, sich bewusst aus der Komfortzone herauszubewegen und Risiken einzugehen in der Hoffnung auf transformative Lernerfahrungen. Auch Braver Spaces sind diskriminierungskritische Räume, in denen ein achtsamer Umgang mit Diskriminierung stattfinden soll. Der Fokus wird allerdings stärker auf einen aktiven Umgang mit Differenzen oder schmerzhaften Themen gelegt und auf Lernen in diesen Differenzen in dem Bewusstsein, dass dabei bei bestem Bemühen auch schmerzhafte Fehler geschehen oder auch ganz ohne Fehler schmerzhafte Gefühle entstehen können. (Quelle: Saadi__Debus__2025_._Verletzlichkeit-und-Diskriminierung-Safer-und-Braver-Spaces-in-der-Bildungsarbeit.pdf
Canceln ist der systemische Boykott von Menschen, Gruppen oder Organisationen auf Grund von deren Handlungen oder Äußerungen mit dem Ziel des gesellschaftlichen Ausschluss. Wichtig dabei ist die gesellschaftliche Rolle und Dominanz der gecancelten Person, denn dies kann die gesellschaftlichen Konsequenzen erheblich beeinflussen. Der Begriff Cancel Cultur beschreibt die kulturelle Praxis dahinter und ist eine kollektive Reaktion auf als problematisch bewertete Äußerungen oder Handlungen. Diese reichen von öffentlicher Kritik bis hin zu sozialen oder beruflichen Konsequenzen. Außerdem wird der Begriff vorrangig genutzt, um das Canceln als gesellschaftlichen Phänomen zu kritisieren oder zu thematisieren. Befürworter sehen darin eine Form gesellschaftlicher Verantwortungsübernahme, Kritiker*innen hingegen eine informelle Sanktionierung ohne rechtsstaatliche Verfahren. Der Begriff ist stark politisiert und wird häufig normativ verwendet. (Quelle: https://soztheo.de/glossar/cancel-culture/)
Care‑Arbeit umfasst alles, was mit Kümmern, Pflegen und Unterstützen von Menschen zu tun hat – von Kinderbetreuung und Erziehung über Altenpflege bis hin zu alltäglicher Hausarbeit. Der Begriff kam in den 1990er‑Jahren aus der feministischen Debatte über Reproduktionsarbeit und machte deutlich, dass diese Tätigkeiten meist von Frauen erledigt werden, oft unbezahlt und kaum wertgeschätzt. Obwohl sich Rollen durchaus auch wandeln, bleibt die Last auch heute nach wie vor bei Frauen und anderen marginalisierten Geschlechtern, wobei ein wachsender Teil heute von Migrantinnen aus Osteuropa und dem globalen Süden übernommen wird – häufig unter schlechten Bedingungen und niedrigen Löhnen. Die fehlende Anerkennung von Care‑Arbeit ist ein zentrales Thema in der Diskussion um soziale Gerechtigkeit und die faire Verteilung von Arbeit in unserer Gesellschaft.
Catcalling beinhaltet übergriffige und sexuell anzügliche Bemerkungen, Anspielungen und Bewertungen von Männern gegenüber oft weiblich-gelesenen Personen im öffentlichen Raum. Catcalls sind keine Komplimente, sondern übergriffiges Verhalten, Abwertung und eine Geste männlicher Dominanz. (Quelle: https://www.fes.de/wissen/gender-glossar/catcalling)
Die Vorsilbe „cis“ wird benutzt, um auszudrücken, dass eine Person sich mit dem Geschlecht identifiziert, dem diese bei der Geburt aufgrund der Einordnung der Genitalien durch eine Ärzt*in zugewiesen wurde. Cis ist somit das Gegenstück zu „trans“. Eine cis-Frau ist eine Person die bei der Geburt dem weibliche Geschlecht zugewiesen wurde und sich auch als Frau identifiziert. Ein cis-Mann ist eine Person dem bei der Geburt dem männlichen Geschlecht zugewiesen wurde und sich auch als Mann identifiziert. (Quelle: https://queer-lexikon.net/wp-content/uploads/2019/12/GlossarDez2019.pdf)
Der Ausdruck Colorism wurde 1982 von Alice Walker geprägt und bezeichnet die Hierarchie, die Menschen mit hellerer Hautfarbe – also solchen, die näher an weißen Schönheitsidealen liegen – innerhalb von Communities von People of Colour bevorzugt. Dabei geht es nicht nur um den Hautton, sondern kann auch Gesichtszüge, Haarstruktur und andere äußere Merkmale umfassen. Colorism verstärkt rassistische Strukturen, weil die Bewertung als „heller“ zu weißen Privilegien beiträgt und Menschen mit dunklerer Haut weltweit stärker diskriminiert und seltener sichtbar macht. Ähnliche Farbhierarchien finden sich zudem in Südasien, in Südwestasien und anderen Regionen, wo ebenfalls hellere Haut als gesellschaftliches Ideal gilt.
Community Accountability wurde vor allem von FLINTA* of Color in den USA entwickelt, um einen Umgang mit sexualisierter Gewalt außerhalb eines strukturell rassistischen Strafverfolgungssystems zu finden. Es bedeutet als Gemeinschaft Verantwortung zu übernehmen und versucht Formen von Gewalt innerhalb von Umfeldern und Communities zu lösen. Eine Community kann zum Beispiel ein Freund*innenkreis, Familie, eine Nachbar*innenschaft, Wohn- oder Arbeitsgemeinschaften sein. In dieser Gemeinschaft wird ein Prozess erarbeitet, der die Entwicklung und Umsetzung gemeinschaftlicher Werte und Praktiken ermöglicht und sexualisierter Gewalt und Unterdrückung entgegenzuwirken versucht. Dabei wird auf Sicherheit, Unterstützung sowie Verantwortungsübernahme abgezielt. Dazu gehören auch der Schutz und die Wahrung der Selbstbestimmung von betroffenen Personen, ein verantwortungsvoller Umgang mit gewaltausübenden Personen sowie Prozesse, die deren Verantwortungsübernahme und Verhaltensveränderung fördern. Grundlage ist eine kontinuierliche Auseinandersetzung und Weiterbildung der Community, um auch die gesellschaftlichen und politischen Bedingungen zu verändern, die Gewalt und Unterdrückung ermöglichen.
Critical Whiteness richtet den analytischen Blick auf „Weißsein“ als gesellschaftliche Kategorie. Zusätzlich zu der Betrachtung der Erfahrungen von BIPoC, untersucht dieser Ansatz, wie weiße Privilegien und Normen – etwa die allgegenwärtige Darstellung weißer Menschen in Medien und Bildung – die Wahrnehmung von Rassismus prägen und reproduzieren. Die Forschung, die aus den USA stammt und mittlerweile an deutschen Hochschulen gelehrt wird, verbindet diese Analyse mit Migrationspädagogik und fordert, dass Antisemitismus‑Kritik einbezogen wird, weil das weiße deutsche Selbstverständnis historisch mit christlicher Sozialisation und der Ausgrenzung jüdischer Menschen verknüpft ist. Die kritische Reflexion weißer Positionen ist ein wichtiges Instrument, um rassistische Machtstrukturen sichtbar zu machen und weiße Menschen aktiv in die Verantwortung zu nehmen.
Betroffene Personen definieren selbst, was sie erlebt haben und welche Form von Gewalt sie erleiden mussten. Das bedeutet nicht, dass betroffene Personen dies (alleine) tun müssen oder ihre Einschätzung zu dem Erlebtem nicht im Verlauf ändern dürfen. Dabei ist es wichtig, dass betroffene Personen keinen Rechtfertigungsdruck spüren und immer in ihren Aussagen ernst genommen werden, ohne dass diese hinterfragt, bewertet oder angezweifelt wird.
Wörtlich aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet Dissens „Meinungsverschiedenheit“ oder „Unstimmigkeit“. Menschen haben in Situationen unterschiedliche Wahrnehmungen, Meinungen, Bedürfnisse, Einschätzungen und Grenzen und bewerten die erlebte Situation danach. Durch Dissens können verschiedene Meinung gehört und berücksichtigt werden. Dennoch ist die eigne Wahrnehmung nicht immer die Richtige.
„Divers“ ist seit dem 01.01.2019 ein juristischer Geschlechtseintrag, der vor allem von intergeschlechtlichen und nichtbinären Personen benutzt wird. Es handelt sich dabei nicht um ein eigenes Geschlecht, sondern um einen Schirmbegriff für viele verschiedene Geschlechter. (Quelle: https://queer-lexikon.net/wp-content/uploads/2019/12/GlossarDez2019.pdf)
Drag ist eine Kunstform, deren Entstehung auf verschiedene Theorien zurückzuführen ist. Der Begriff Drag ist eine Abkürzung für „dressed resembling a girl/guy“. Eine starke Prägung kommt von der sogenannten „Ballroom-Culture“, dabei haben trafen und treffen sich vor allem afro- und lateinamerikanische Personen der queeren Szene im Untergrund und veranstalteten Bälle. Für viele, vor allem junge Menschen, wurde die Ballroom-Szene ein Zufluchtsort vor Diskriminierung und Gewalt und ein Safer Space. Drag ist vielfältig, politisch und eine Rebellion gegen Geschlechter-Klischees, Sexismus und Diskriminierung. Dabei werden mit Geschlechterrollen und -normen gespielt, diese parodiert und so versucht sich über gesellschaftliche Machtstrukturen hinwegzusetzen. (Quelle: https://www.rnd.de/lifestyle/was-ist-drag-dast-steckt-hinter-der-kunstform-IAABS2SXQNCHPPP3TDQTZXBBUU.html)
Weitverbreitete Begriffe sind „Drag-Queens“ oder „Drag-Kings“, um die performenden Menschen nicht in ein binäres System einzuteilen, wird heutzutage eher von Drag-Artists oder Drag-Performenden gesprochen. (Quelle: https://awareness-akademie.de/glossar/)
Das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „eigenständig werden“. Ursprünglich, in der Antike, wurde als Emanzipation die Freilassung des Sklaven aus der Hand des Hausherrn bezeichnent. Dann wurde Emanzipation im 18. und 19. Jahrhundert zu einem Schlagwort im Kampf marginalisierter gesellschaftlicher Gruppen (Sklaven, jüdischen Menschen, Frauen) für politische und soziale Gleichberechtigung. Im heutigen allgemeinen Sprachgebrauch wird Emanzipation meist in Bezug auf die Rechte der Frauen angewendet. Gefordert wird dann, dass Frauen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik mehr Rechte erhalten. Die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen, die im Grundgesetz steht, solle endlich verwirklicht werden. Ein Vorhaben von Emanzipation ist also die Errichtung einer herrschaftsfreien, auf gegenseitiger Sorge und Solidarität basierenden Gesellschaft und dass Personen oder Gruppen sich aus Unterdrückung befreien. (Quelle: https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/das-junge-politik-lexikon/320196/emanzipation/)
Das Empowerment-Konzept stammt aus den USA, wo es seit den 1950er-Jahren untrennbar mit den Bürgerrechtsbewegungen verbunden ist. Empowerment beschreibt eine Methode zur Stärkung kollektiver und individueller Handlungsmacht. Es geht darum, Ressourcen, Wissen, Selbstvertrauen und Solidarität zu fördern, sodass marginalisierte Gruppen ihre Interessen selbst vertreten können. Empowerment ist kein „Helfen von oben“, sondern zielt auf Selbstermächtigung.
Menschen, die nicht inter(-geschlechtlich) sind, sind endo(-geschlechtlich). Das bedeutet, dass sie eindeutig in die medizinisch-gesellschaftliche Norm von körperlichen Geschlechtsmerkmalen eingeordnet werden können. In der Praxis also zum Beispiel bei der Geburt im gängigen Prozess der auf visueller Begutachtung der primären Geschlechtsmerkmale durch eine Ärzt*in geschehenden Zuordnung in eines von zwei binären Geschlechtern vermeintlich eindeutig zugeordnet werden können.
Feminismus beschreibt eine politische und gesellschaftliche Bewegung, die sich für Gleichberechtigung und die Verbesserung der Lebensrealitäten von Frauen, queeren Menschen und/oder FLINTA* einsetzt. Ziel des Feminismus ist der Abbau von patriarchalen Strukturen in der Gesellschaft und die ganzheitliche Überwindung des Patriarchats. Patriarchat bedeutet „Vaterherrschaft“ oder „Herrschaft der Väter“ und beschreibt eine Gesellschaftsstruktur, in der Männer gegenüber anderen Geschlechtern eine bevorzugte Stellung einnehmen. Heutzutage gibt es nicht den einen Feminismus, sondern unterschiedliche Ansätze, diese verschiedenen Ausprägungen werden auch als feministische Strömungen oder Feminismen bezeichnet.
Ein Femizid ist eine Form von patriarchaler und sexualisierter Gewalt und bezeichnet die Tötung von Frauen oder weiblich gelesenen Personen aufgrund ihres Geschlechts. Der Begriff macht sichtbar, dass solche Taten keine Einzelfälle sind, sondern ein Ausdruck patriarchaler Gewalt- und Machtverhältnisse.
Fettfeindlichkeit meint die gesellschaftliche Abwertung und das Stigma gegenüber dicken_fetten Menschen. Diese Haltung ist nicht neu, sondern hat sich über lange Zeit aus einem Zusammenspiel historischer, medizinischer, wirtschaftlicher und kultureller Entwicklungen herausgebildet. In der Form, wie wir sie heute kennen, ist sie das Ergebnis dieser über Jahrhunderte gewachsenen Vorstellungen und Strukturen. Fettfeindlichkeit und Rassismus haben ebenfalls große Überschneidungen. Dabei geht es um die Konstruktion des weißen, schlanken, cis Körper als koloniale Norm.
Das Akronym FLINTA* steht für Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen. Ähnlich wie das Akronym LGBTQI+ machen Personen, die sich der FLINTA*-Community zugehörig fühlen, Unterdrückungs- und Diskriminierungserfahrungen wegen ihres Geschlechts und/oder wegen ihrer Sexualität mit besonderem Fokus auf die Unterdrückung durch patriarchale Strukturen. Wichtig ist einerseits, dass aufgrund der Geschichte der feministischen Bewegung mit dem L explizit auch Lesben in dem Akronym vertreten sind (so haben sich FLINTA*-Räume zum Beispiel aus den FL(FrauenLesben)-Räumen herausgebildet). FLINTA*-Räume können eine Möglichkeit sein, Räume sicherer oder empowernder zu gestalten – oft gibt es aber auch andere Möglichkeiten oder die Bezeichnung als FLINTA*-Raum ist explizit nicht die richtige oder eine ambivalente Option (z.B. bei Toiletten).
Frauen werden in fast allen gesellschaftlichen Bereichen in den allermeisten Gesellschaften der heutigen Zeit strukturell benachteiligt und unterdrückt. Auch rechtlich ist in Deutschland Gleichberechtigung noch weit entfernt.
Nach der 1. feministischen Welle, die insbesondere für das Wahlrecht für Frauen kämpfte, bildete sich nach dem 2. Weltkrieg die 2. feministische Welle, die weiterhin explizit als Frauen für Frauen kämpften. Im Zuge der Queer-Bewegung, der 3. feministischen Welle und durch kritische Perspektiven von Schwarzen Frauen (bspw. Kimberlé Crenshaw – Begründerin des Begriffs Intersektionalismus) haben sich inzwischen zahlreiche Feminismen gebildet, die mit teilweise gleichen und teils unterschiedlichen Theorien, Strategien und Praktiken im großen Feld des Feminismus kämpfen.
Der Begriff Frau ist und bleibt ein wichtiges feministisches Subjekt, eben weil Frauen nach wie vor von Unterdrückung und Gewalt betroffen sind. Für die feministische Praxis und die Suche nach passender Sprache kann es helfen, sich die Frage zu stellen, welcher Begriff an einer konkreten Stelle der richtige ist: Oftmals sind wirklich Frauen gemeint (cis- und trans*-Frauen), dann passt der Begriff. Manchmal kann dagegen der Begriff FLINTA* besser passen und inklusiver sein, ein andermal vielleicht „Frauen und Queers“, „Menschen mit Uterus“ oder „Frauen und andere unterdrückte Geschlechter“. Generell ist das Thema Geschlecht kompliziert und vielschichtig, es gibt keine allgemeine Lösung für die richtigen Begriffe. Es gilt immer wieder pragmatische Ansätze und Wege zu finden, um Unterdrückung einerseits benennen zu können, sie andererseits nicht unnötig zu reproduzieren.
Gaslighting bezeichnet eine manipulative Form des emotionalen Missbrauchs, bei der die betroffene Person systematisch dazu gebracht wird, die eigenen Gefühle, Gedanken und Wahrnehmungen – bis hin zum eigenen Verstand – zu bezweifeln. Der Begriff stammt von Patrick Hamiltons Theaterstück Gas Light aus den 1940er‑Jahren, in dem ein Mann versucht, seiner Frau einzureden, sie habe den Verstand verloren.
Beim Gatekeeping entscheiden sich Menschen dazu ihre (Macht-)Position (aus-)zunutzen und so über Zugänge und Ressourcen von anderen Menschen zu entscheiden und diese dadurch auszuschließen. Dabei geht es oft um den kontrollierten Zugang zu Informationen.
Der Begriff „Gender“ bezeichnet im Unterschied zum deutschen „Geschlecht“ die soziale Dimension von Geschlecht – also kulturell und historisch geprägte Rollen, Erwartungen und Normen. Während „Geschlecht“ im Deutschen vieles meinen kann, beschreibt „Gender“ präzise das gesellschaftlich erzeugte Verständnis davon, was als weiblich, männlich oder jenseits davon gilt. Dieses Verständnis ist wandelbar und kontextabhängig, wie bereits Simone de Beauvoir betonte: Geschlecht wird nicht einfach „gegeben“, sondern hergestellt.
Oft wird „sex (eng.)“ als körperliches, bei der Geburt zugewiesenes Geschlecht dem sozialen Geschlecht „gender“ gegenübergestellt. Historische Forschung zeigt jedoch, dass auch „sex“ kulturell interpretiert wird und nicht rein biologisch lesbar ist. Die Trennung von sex und gender – biologischem und sozialem Geschlecht – ist somit in gewisser Weise veraltet. Materielle Körper existieren zwar und unterscheiden sich auch, deren binäre Einteilung in Mann und Frau ist jedoch eine soziale Produktion. Auch auf Basis dieser sozialen Konstruktion existiert das Patriarchat als weitgreifendes Herrschaftssystem, mit realen materiellen Folgen.
Gewalt bezeichnet den Einsatz von körperlicher oder psychischer Kraft, um einer Person zu schaden, einzuschüchtern oder deren Willen zu beeinflussen. Es gibt verschiedene Formen von Gewalt, diese kann körperlich, psychisch, sexualisiert oder auch verbal auftreten.
Hate-Speech ist ein Oberbegriff für rassistische, sexistische, antisemitische, trans*feindliche und weitere diskriminierende Kommentare im Internet und auf Social Media. Das Ziel der Verfasser*innen solcher Kommentare ist, die Betroffenen einzuschüchtern, auszugrenzen oder herabzuwürdigen. Durch die Anonymität im Internet kann das Verhalten von Hassredner*innen enthemmt werden und so zu extremem Hass führen, während Betroffene den menschenverachtenden Kommentaren oft schutzlos ausgeliefert sind.
Herrschaftskritik als gesellschaftstheoretisches Konzept untersucht die Bedeutung von Macht und Herrschaft in einer Gesellschaft. Dabei werden bestehende Herrschafts- und Machtverhältnisse von Institutionen z.B. dem Staat oder gesellschaftlich bestehenden Strukturen kritisch hinterfragt. Dabei soll das Machtverhältnis nicht als selbstverständlich wahrgenommen werden, sondern hinterfragt werden, warum die Macht so verteilt ist und wer dadurch strukturell benachteiligt wird.
Heteronormativität ist das gesellschaftliche Regelwerk, das Geschlecht und Sexualität in ein starres Binärmodell zwingt: Es akzeptiert nur Mann und Frau, ordnet sie hierarchisch ein (mit männlicher Dominanz) und kennt ausschließlich das Begehren zwischen Mann und Frau. Trans, Inter und Homosexualität sind nicht vorgesehen. Dieses System macht Heterosexualität zur „normalen“ Erwartung, wodurch Menschen, die nicht in dieses binäre, trans-exklusive und hetero Raster passen – etwa Lesben, Schwule, Bisexuelle, ggf. trans‑Personen und andere nicht‑binäre Identitäten – ausgegrenzt, stigmatisiert und häufig benachteiligt werden. Die Folgen zeigen sich z.B. in stereotypen Rollenbildern, einer geschlechtsspezifischen Aufteilung des Arbeitsmarkts oder in der systematischen Marginalisierung aller, die von der heteronormativen Vorgabe abweichen.
Hierarchie impliziert eine strenge Rangordnung, in der jede Person ihre fest zugewiesen Rechte, Befugnisse und Zuständigkeiten hat. In Organisationen, die hierarchisch aufgebaut sind, können meistens die höher stehenden Personen den unteren Rängen Anweisungen geben. Diese Anweisungen oder Befehle müssen dann ausgeführt werden.
Incel (Abkürzung aus involuntarily celibate, wörtlich: „unfreiwillig Zölibatärer“) ist die Selbstbezeichnung einer in den USA entstandenen Internet-Subkultur heterosexueller Männer, die nach Eigenaussage unfreiwillig keinen Sex bzw. keine romantische Beziehung haben und der Ideologie einer hegemonialen Männlichkeit anhängen. Die Männer organisieren sich im Internet, bestätigen sich gegenseitig ihre Weltsicht in ihren Foren, tauschen Videos und Gewaltfantasien miteinander aus. Dreh und Angelpunkt ist ihr Hass gegen Frauen. Indem sie Frauen abwerten, werten sie sich selbst auf. Die Incel-Bewegung steht im engen Zusammenhang mit toxischer Männlichkeit und Maskulinums. Häufig sehen Incels im Feminismus den Grund ihrer Ablehnung: „Der Feminismus sei schuld daran, dass sie keinen Erfolg bei Frauen haben“. In den letzten Jahren kam es wiederholt zu tödlichen Terroranschlägen durch Incels, wobei die Ideologie der Täter in den Medien oft kaum thematisiert wurde.
Inklusion stammt vom lateinischen inclusio – „Einschluss“ – und meint die selbstverständliche Zugehörigkeit jedes Menschen zur Gesellschaft, sowie uneingeschränkte Teilhabe in allen Lebensbereichen. Das Konzept richtet sich gegen jede Form von Ausgrenzung, sei es wegen Religion, Weltanschauung, Geschlecht, sozialer Lage, Alter, kultureller Herkunft, Hautfarbe, sexueller Orientierung oder körperlicher und geistiger Behinderung. Unterschiedlichkeit wird dabei als bereichernder Teil der Normalität verstanden. Eine besondere Bedeutung hat der Begriff im Kampf für die Rechte und Teilhabe von behinderten Menschen.
Institutioneller Rassismus beschreibt Rassismus als ein Phänomen, das nicht nur durch individuelles Fehlverhalten entsteht, sondern durch gesellschaftliche und staatliche Institutionen, die Regeln, Normen und Praktiken reproduzieren. Dadurch können bestimmte Gruppen systematisch benachteiligt, ausgegrenzt oder kriminalisiert und ungleich mit Ressourcen und Chancen ausgestattet werden, etwa im Bildungs-, Arbeits-, Wohnungs-, Gesundheits- oder Justizsystem.
Integration beschreibt die Chancen und Möglichkeiten zur Teilhabe an zentralen gesellschaftlichen Bereichen wie Arbeitsmarkt, Bildungssystem, sozialen Kontakten oder Wohnungsmarkt. Dabei geht es darum, wie unterschiedliche Menschen in die Gesellschaft eingegliedert werden können und so gleichberechtigt am Leben teilnehmen können. Meist geht Integration mit langwährenden, durch Kooperation und Konflikt geprägten Aushandeln ökonomischer, politischer, religiöser oder rechtliche Teilhabe an der Einwanderungsgesellschaft/Migrationsgesellschaft einher. Teilweise wird Integration als Alternative auch Inklusion gegenübergestellt (siehe Inklusion).
Der Begriff kommt in verschiedenen Bereichen vor. In der Soziologie bedeutet Internalisierung, das Verinnerlichen von Mechanismen; Menschen lernen etwas im Außen, nehmen dies an und machen es zum Teil des eignen Denken und Handeln.
Beispiele:
- Internalisierter Rassismus: Wenn die Zustimmung von weißen Personen für eine Arbeit eingeholt wird, die besser ist als die anderer BIPOC dann handelt es sich um verinnerlichten Rassismus.
- Internalisierte Transfeindlichkeit: Wenn trans Personen denken, dass sie kein*e echte*r Mann/ Frau/Nicht-binäre Person sind, dann ist das internalisierte Transfeindlichkeit.
Der Begriff wurde in den 1980er und 1990er Jahren von der amerikanischen Rechtswissenschaftlerin und Professorin Kimberlé Crenshaw geprägt, die aufzeigte, dass Schwarze Frauen oft spezifische Diskriminierung erfahren, die weder von weißen Frauen noch von Schwarzen Männern repräsentiert wird. Intersektionalität bedeutet also, dass verschiedene gesellschaftliche Strukturen zusammenhängen, also z.B. Geschlecht, Sexualität, Herkunft, Kultur, Religion und sozialer Status. Das heißt, dass auch verschiedene Diskriminierungsformen wie Rassismus und Behindertenfeindlichkeit zusammenhängen und in diesen Zusammenhängen betrachtet werden müssen. So erleben z.B. Frauen, die ein Kopftuch tragen, eine spezifische, miteinander verwobene Form von Rassismus, Islamfeindlichkeit und Sexismus. Der Begriff beschreibt zusammenfassend das Zusammenwirken mehrerer Unterdrückungsmechanismen.
Klassismus bezeichnet die Diskriminierung aufgrund sozialer Herkunft oder ökonomischer Position. Er zeigt sich durch Vorurteile und Benachteiligungen, etwa beim Zugang zu Bildung, Wohnraum und gesellschaftlicher Teilhabe. Der Mythos, jeder könne durch eigene Leistung aufsteigen, macht Klassismus oft unsichtbar.
Konsens bedeutet, dass alle Beteiligten sich z.B. für eine sexuelle Handlung frei entschieden haben und diese auch jederzeit wieder abbrechen können. Konsens hat keine allgemeine Gültigkeit, sondern sollte vor jeder neuen Handlung erneut eingeholt werden. Das bedeutet, wenn eine Person an einem Tag zum Sex eingewilligt hat, muss sich für das nächste Mal trotzdem erneut Konsens eingeholt werden. Bei körperlichen Handlungen unterscheidet Konsens zwischen Sex und einem Übergriff/sexualisierter Gewalt. Von schlafenden oder bewusstlosen Menschen ist es nicht möglich Konsens einzuholen. Konsens setzt Kommunikation voraus, nur Ja heißt Ja.
Kulturelle Aneignung bezeichnet die Übernahme kultureller Elemente durch andere Gruppen, häufig ohne Kenntnis ihrer Bedeutung und Geschichte. Besonders im Kolonialismus wurden Kulturgüter geraubt und Traditionen unterdrückt. Werden Symbole, Kleidung oder Frisuren unreflektiert übernommen, können koloniale Machtverhältnisse fortbestehen. Daher sind ein bewusster und respektvoller Umgang sowie Interesse an der Herkunft und Bedeutung kultureller Elemente wichtig (vgl. IDA e.V.).
Lesbisch bezeichnet in erster Linie die romantische oder sexuelle Anziehung von Frauen bzw. Mädchen zu Frauen, Mädchen oder zu Weiblichkeit. Zugleich nutzen auch manche queere oder trans Personen, die sich nicht als Frauen verstehen, den Begriff, weil er ihre Form von Queerness passend beschreibt.
Der Begriff kann zudem verschiedene Identitäten unter sich bündeln: Manche lesbische Menschen bezeichnen sich etwa als Butch, Dyke („Dyke“ stammt aus dem Englischen und steht für lesbisch. Früher (aber auch bis heute) oft als homophobe und frauenfeindliche Beschimpfung für maskuline, butch oder androgyne FLINTA verwendet, gilt der Begriff Dyke heute – durch die aktive Selbstdefinition mit diesem Begriff – als von Lesben zurückerobert und positiv besetzt) oder Femme.
Wichtig ist auch, dass der Begriff als Ausgangspunkt feministischer Praxis bis heute eine wichtige Rolle spielt: Teilweise wurde von Lesben argumentiert, dass Lesben gar keine Frauen seien, da Frau sein ohne Einbindung in das heterosexuelle Begehren völlig anders bzw. undenkbar sei.
Lookismus bezeichnet die Abwertung oder Benachteiligung von Menschen aufgrund ihres Aussehens. Wer nicht den (westlichen) gesellschaftlichen Schönheitsidealen entspricht, erlebt oft Ausgrenzung, Spott oder offene Diskriminierung. Schönheitsnormen entstehen durch Medien, Trends, Werbung und kulturelle Vorstellungen und verändern sich ständig. Problematisch wird es, wenn äußere Attraktivität als Maß für den Wert eines Menschen betrachtet wird. Lookismus zeigt sich in allen Lebensbereichen, etwa in Beleidigungen in Online-Debatten oder in der Arbeitswelt, wo „attraktivere“ Bewerber*innen nachweislich bevorzugt werden. Diese Diskriminierung betrifft alle Geschlechter und wirkt in unterschiedliche Richtungen, etwa wenn Menschen als „zu unattraktiv“ oder – umgekehrt – als „zu schön und deshalb weniger kompetent“ bewertet werden.
Ein Machtverhältnis beschreibt die Verteilung und/oder Dynamik von Macht und Einfluss zwischen Personen oder Akteur*innen. Machtverhältnisse können auf Dauer errichtet werden und prägen so entsprechend soziale Regeln und Ordnungen.
Male Gaze, auf deutsch „männlicher Blick“, beschreibt ein Darstellungsmuster, bei dem insbesondere Frauen aus einer heterosexuell-männlichen Perspektive inszeniert werden.
Der Begriff stammt ursprünglich aus der Filmtheorie und kritisiert die Objektifizierung und Sexualisierung weiblicher Körper in Medien.
Manipulation bezeichnet den Versuch, die Gedanken, Gefühle, Entscheidungen oder das Verhalten einer Person gezielt zu beeinflussen. Dabei geschieht die Einflussnahme häufig auf eine verdeckte oder unfaire Weise, sodass die betroffene Person möglicherweise nicht erkennt, dass sie beeinflusst wird. Manipulation kann auf unterschiedliche Weise auftreten, beispielsweise das bewusste Erzeugen von Schuldgefühlen, das Ausüben von Druck, das Verdrehen von Tatsachen, Drohungen, emotionale Erpressung oder das bewusste Zurückhalten wichtiger Informationen.
Allgemein wird Mansplaining als herablassende, bevormundende Äußerung und Belehrungen eines Mannes verstanden, der die Erfahrungen und das Wissen von (meistens) weiblich-gelesenen Personen oder Frauen ignoriert oder davon ausgeht, er wüsste mehr als die andere Person. Dieses Kommunikationsmuster ist eng mit gesellschaftlichen Rollenbildern verknüpft. Studien belegen, dass in größeren Gruppen eher die cis-Männer sprechen, während FLINTA verstummen. Oder FLINTA erleben, dass ihre vorgetragenen Ideen und Fakten erst durch die Wiederholung durch einen cis-Mann als wichtig anerkannt werden. Die Urheberschaft der Ideen wird zu ihrem Entsetzen jedoch dem Mann zugeschrieben.
Der Geschlechterforscher Paul Scheibelhofer erkennt im Manspreading tief verankerte Geschlechterrollen. Männer sind daran gewöhnt, sich Raum zu nehmen und den Raumanspruch anderer zu ignorieren. Sie reflektieren diesen automatisierten Machtanspruch nicht, Frauen aber sehr wohl. Die Sportsoziologin Prof. Ina Hunger meint, breitbeiniges Sitzen kommuniziere Präsenz. Schon in der Kindheit werden Mädchen und Jungen zu unterschiedlichen Bewegungsmustern erzogen. Jungen dürfen sich dominant und raumgreifend verhalten, Mädchen haben ihre Bewegungsbedürfnisse zu kontrollieren. (Quelle: https://www.fes.de/wissen/gender-glossar/manspreading)
Ein anderes Wort für Marginalisierung ist soziale Ausgrenzung. Diese ist eng mit struktureller Diskriminierung verbunden. Gesellschaftliche und soziale Barrieren erschweren Menschen den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen, fördern eingeschränkter Teilhabe, geringere Sichtbarkeit und reduzierte politischer oder ökonomischer Macht.
Mehrfachdiskriminierung entsteht, wenn verschiedene Unterdrückungsebenen – etwa Unterdrückung bezogen auf Hautfarbe, Geschlecht, Behinderung oder sexuelle Orientierung – gleichzeitig wirken. Die daraus resultierende Diskriminierung lässt sich selten auf ein einzelnes Merkmal zurückführen; es ergibt sich vielmehr aus dem Zusammenwirken verschiedener Diskriminierungsformen (siehe Intersektionalität). Deshalb muss man die verwobenen Erfahrungen betrachten, statt sie als bloße Summe einzelner Identitäten und deren Unterdrückung zu verstehen.
Als Mental Load wird unsichtbare Denk-, Planungs- und Organisationsarbeit im Alltag bezeichnet. Dazu gehören beispielsweise das Erkennen anstehender Aufgaben, das Planen, Erinnern, Koordinieren und Treffen von Entscheidungen. Studien zeigen, dass Mental Load häufig geschlechtsspezifisch ungleich verteilt ist (siehe Care Arbeit).
Migration bezeichnet die räumliche Bewegung von Menschen, die mit einer längerfristigen Verlagerung ihres Lebensmittelpunkts über eine Landesgrenze hinweg verbunden ist. Dabei kann es sich um die Migration einzelner Personen, von Familien oder von Gruppen handeln. Die Gründe für Migration sind vielfältig und individuell. Der Entscheidung bzw. Notwendigkeit zu migrieren liegen häufig mehrere miteinander verbundene persönliche, soziale, politische und wirtschaftliche Faktoren zugrunde, sie kann jedoch auch durch die Ausübung oder Androhung von Gewalt erzwungen werden.
Unter Mikroaggressionen werden die Folgen bewusster und unbewusster Akte verstanden, die durch offene und subtile Botschaften strukturell diskriminierte Menschen wiederholt und nadelstichartig verletzen, indem sie sie als abweichend von der dominanten Norm darstellen, stereotypisieren, entwürdigen und (symbolisch) ausschließen. Beispiele für Mikroaggressionen sind Alltagsrassismen. (Quelle: https://www.idaev.de/recherchetools/glossar/)
Misgendern bedeutet, dass eine Person, meist auf Grund von äußeren stereotypischen Merkmalen, dem falschen Geschlecht zugeordnet wird und/oder mit den falschen Pronomen angesprochen wird. Misgendern kann vor allem bei fremden Personen unabsichtlich passieren. Es kann aber auch absichtlich geschehen und dann als Abwertung, Ausgrenzung oder beabsichtigte Queer-/Transfeindlichkeit gemeint sein. Betroffene sind meistens nicht-binäre oder trans Personen.
Misogynie – vom griechischen misein (hassen) und gyne (Frau) – bedeutet die grundsätzliche Abwertung von Frauen und die Annahme, dass sie von Natur aus minderwertig seien. Sie wirkt nicht nur im individuellen Verhalten, sondern ist in Institutionen und gesellschaftlichen Strukturen verankert, sodass Frauen häufig von Macht, Einfluss und Ressourcen ausgeschlossen werden. Philosophieprofessorin Kate Manne unterscheidet dabei zwischen Sexismus, der das patriarchale System ideologisch rechtfertigt, und Misogynie, die dieses System durch konkrete Handlungen und Normen aktiv aufrechterhält.
Mobbing bezeichnet das wiederholte und gezielte Schikanieren, Abwerten, Ausgrenzen oder Einschüchtern einer Person oder Gruppe über einen längeren Zeitraum. Dabei kann ein Machtungleichgewicht entstehen, durch das sich betroffene Personen häufig nicht selbstständig gegen das Verhalten wehren können. Mobbing kann unterschiedliche Formen annehmen. Dazu gehören beispielsweise Beleidigungen, Gerüchte, Drohungen, körperliche Übergriffe, Ausgrenzung Cybermobbing oder das bewusste Ignorieren einer Person.
Neurodivergenz beschreibt Menschen, deren Art zu denken, zu fühlen oder Reize zu verarbeiten von gesellschaftlich etablierten Normen abweicht. Der Begriff bietet eine Möglichkeit, eigenes Erleben zu benennen, ohne es automatisch als medizinische „Störung“ einzuordnen. Dazu zählen unter anderem Autismus, ADHS, Hochsensibilität, Dyslexie, Dyskalkulie, Traumafolgestörungen und vieles mehr. Das Gegenstück heißt neurotypisch – zusammen markieren beide Begriffe die Vielfalt neurologischer Erfahrungswelten.
Nicht‑binär beschreibt eine geschlechtliche Identität, die nicht in das traditionelle Mann‑/Frau‑Schema passt. Menschen, die sich nicht‑binär verorten, sehen sich ganz oder teilweise außerhalb oder zwischen diesen beiden Kategorien.
Outing bedeutet auf deutsch „nach außen treten“ und bedeutet für queere Menschen das Bekanntmachen oder werden der eigenen Identität oder sexuellen Orientierung. Geoutet zu werden unterscheidet sich grundlegend vom Coming-out. Beim Fremd-Outing offenbart jemand ohne Zustimmung die Geschlechtsidentität oder sexuelle bzw. romantische Orientierung einer anderen Person gegenüber Dritten oder der Öffentlichkeit. Es geschieht häufig unfreiwillig und stellt einen Eingriff in die Privatsphäre und ggf. auch Gewalt dar. Ein Coming-out hingegen ist ein selbstbestimmter Schritt und liegt allein bei der Person, die ihre Identität teilen möchte.
Panik kann durch hohen emotionalen oder körperlichen Stress, Vorbelastungen und Krisen ausgelöst werden und in ganz unterschiedlichen Situationen auftreten. Durch extreme Panik und/oder Angst kann ganz unvorhersehbar eine Panikattacke auftreten. Dabei werden die körperlichen Reaktionen wie z.B. Luftnot, Schwindel, Schweißausbrüche, Zittern oder Herzrasen oft als lebensbedrohlich erlebt. Es gibt aber auch stille Panikattacken, bei der keine äußerlichen Symptome auftreten. Um Personen bei einer akuten Panikattacke zu helfen, können Atemübungen sinnvoll sein. Außerdem ist es wichtig die Person ernstzunehmen, nicht alleine zu lassen und bei Bedarf einen Krankenwagen zu rufen. Wenn es die Situation hergibt, kann auch ein ruhiger Ort, einfache Gespräche, Muskelan- und entspannung, Trinken und Ablenkung hilfreich sein.
Pansexualität bezeichnet eine sexuelle Orientierung, bei der sich Menschen unabhängig vom Geschlecht einer Person emotional und/oder sexuell zu ihr hingezogen fühlen. Ähnlich wie bei Omni- oder Bisexualität kann sich dieses Begehren auf Menschen mit unterschiedlichsten Geschlechtsidentitäten richten, wobei bei pansexuellen Personen der Fokus klar auf dem individuellen Menschen und nicht auf dessen Geschlecht liegt. Die drei Konzepte überschneiden sich stark und werden oft nahezu gleichbedeutend verwendet.
Position einzunehmen, sondern sich solidarisch an die Seite von marginalisierten und betroffenen Personen zu stellen. Im Awareness-Kontext wird parteilich im Sinne der betroffenen Person gehandelt. Dazu gehört, einen geschützten und wertschätzenden Rahmen zu schaffen, in dem betroffene Personen ihre Erfahrungen und Wahrnehmungen schildern können, ohne mit Zweifeln, Bewertungen oder Schuldzuweisungen konfrontiert zu werden. Das Erlebte wird nicht in Frage gestellt oder bewertet, sondern zunächst so angenommen, wie die betroffene Person es wahrgenommen und erlebt hat. Parteilichkeit bedeutet dabei nicht, Situationen vorschnell zu beurteilen oder Entscheidungen über die betroffene Person hinweg zu treffen. Vielmehr geht es darum, die Perspektive ernst zu nehmen, die Grenzen zu respektieren und die Person in deren weiteren Vorgehen zu unterstützen.
Passing beschreibt wie und ob eine Person als einer gewissen Kategorie zugehörig wahrgenommen und anerkannt wird. Für trans*Menschen kann Passing bedeuten, dass sie mit den richtigen Pronomen angesprochen oder von anderen als cis gelesen werden. Vielen ist das wichtig, weil es ihren Alltag erleichtert und sie vor Diskriminierung schützt, auch wenn es keinesfalls ein Maßstab dafür ist, „wie trans*“ jemand ist.
Auch im Kontext von race spielt Passing eine Rolle: Manche Menschen werden aufgrund bestimmter äußerer Merkmale fälschlich einer privilegierteren Gruppe zugeordnet. Dieses Racial Passing kann gesellschaftliche Vorteile bringen, geht jedoch oft mit Druck, Unsichtbarmachung oder inneren Konflikten einher. In beiden Fällen beschreibt Passing also, wie äußere Wahrnehmung und eigene Identität – manchmal hilfreich, manchmal belastend – ineinandergreifen.
Pushbacks sind staatliche Maßnahmen, bei denen flüchtende und migrierende Menschen, meist unmittelbar nach Grenzübertritt, zurück über eine Grenze gezwungen werden, ohne die Möglichkeit einen Asylantrag zu stellen oder deren Rechtmäßigkeit gerichtlich überprüfen zu lassen. Pushbacks verstoßen u.a. gegen das Verbot der Kollektivausweisung, das in der Europäischen Menschenrechtskonvention festgeschrieben ist.
Queer wird als Beschreibung einer von der vorherrschenden Norm abweichenden sexuellen Ortientierung bzw. Gender verstanden. Ursprünglich als Schimpfwort verwendet wird er heutzutage vielfach als Selbstbezeichnung benutzt. Seit den 1980ern hat sich in der Forschung auch die sogenannte Queer Theory entwickelt, die eng mit Gender Studies verbunden ist.
Queerfeindlichkeit – auch als LGBTQIA*-Feindlichkeit bezeichnet – meint die Abwertung oder Diskriminierung von Menschen, deren Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung nicht in das binäre oder heterosexuelle Normverständnis passt. Dazu gehören unter anderem trans- und homofeindliche Haltungen. Solche Einstellungen treten zwar häufig in rechten Ideologien oder bestimmten religiösen Gruppen, etwa im christlichen Fundamentalismus, auf, sind aber grundsätzlich in allen gesellschaftlichen Bereichen zu finden.
Queerfeminismus hat seine Wurzeln in der Frauenbewegung und der Lesben- und Schwulenbewegung, die seit den 1960er Jahren für mehr Rechte und Sichtbarkeit kämpfen. Im Queerfeminismus werden Geschlecht, Sexualität und gesellschaftliche Machtverhältnisse zusammen gedacht. Dabei geht es nicht nur um die Kritik an Sexismus, sondern auch darum, heteronormative und cis-normative Vorstellungen sowie starre Identitätskonzepte zu hinterfragen.
Racial Profiling (rassistische Profilerstellung, auch „Ethnic Profiling“ genannt) beschreibt polizeiliche Maßnahmen und Maßnahmen von anderen Sicherheits-, Einwanderungs- und Zollbeamt*innen, die nicht auf einer konkreten Verdachtsgrundlage oder Gefahr erfolgen, sondern allein auf Grund physischen Erscheinungsmerkmale oder der angenommenen Herkunft der Person. Der Begriff Racial Profiling stammt aus den USA und geht weit bis in die Zeit der Sklaverei zurück.
Anlasslose (Personen-)Kontrollen, die allein auf Grund des Erscheinungsbildes durchgeführt werden, verstoßen gegen das Grundgesetz (Art. 3 Abs. 3 GG), das Allgemeine Gleichstellungsgesetz sowie gegen das in der Europäischen Menschenrechtskonvention und das in der internationalen Anti-Rassismus-Konvention angelegte Verbot der rassistischen Diskriminierung. Auch wenn theoretisch illegal ist, gehört Racial Profiling in Deutschland zur Alltagspraxis.
Rape Culture (dt. „Vergewaltigungskultur“) beschreibt gesellschaftliche Einstellungen und Strukturen, durch die sexualisierte Gewalt verharmlost, normalisiert oder gerechtfertigt wird. Dazu gehören beispielsweise Victim Blaming, sexistische Witze, die Objektifizierung von Frauen und sogenannte Vergewaltigungsmythen. Der Begriff stammt aus feministischen Analysen der 1970er Jahre und beschreibt nicht, dass Gewalt allgemein akzeptiert wird, sondern dass bestimmte Narrative Gewalt begünstigen oder deren Wahrnehmung verzerren.
Der Begriff Safer Sex bezeichnet Geschlechtsverkehr, bei dem die Partner*innen Kondome oder Lecktücher benutzen, um das Risiko einer Ansteckung mit sexuell übertragbaren Geschlechtskrankheiten zu reduzieren.
Bei Safer Use geht es darum, Handlungsstrategien zu entwickeln, die Drogenkonsum risikoärmer machen. Dabei geht es zum einen darum, unerwünschte Wirkungen und Überdosierungen zu vermeiden. Zum anderen sollen Safer Use-Praktiken dazu beitragen, das Risiko einer Übertragung von Infektionen zu verringern. Der Konsum von Drogen ist niemals vollständig risikofrei. Durch bestimmte Safer Use-Praktiken können die damit verbundenen Risiken jedoch deutlich reduziert werden.
Als schwul bezeichnen sich Männer oder sich mit Männlichkeit identifizierende nicht-binäre Personen, die sich romantisch und/oder sexuell zu Männern oder männlichen Personen hingezogen fühlen. Schwul Sein ist Teil von Homosexualität, bei der sich Personen des gleichen Geschlechts angezogen fühlen. Im deutschen Sprachgebrauch werden die Begriffe „Schwul“ oder „Schwuchtel“ auch oft abwertend verwendetet und beleidigen somit schwule Personen oder sich feminin verhaltende Männer.
Bei sexualisierter Gewalt geht es um Taten, bei denen Macht missbraucht wird. Es geht nicht um das Ausleben von sexueller Lust, sondern um gewaltvolle Handlungen mit geschlechtlichem Bezug, die ohne Einwilligung bzw. ohne Einwilligungsfähigkeit der Betroffenen stattfinden. Diese Handlungen sind nicht auf körperliche Gewalt beschränkt und können auch ohne Körperkontakt stattfinden. Oft wird sexualisierte Gewalt systematisch eingesetzt, um zu erniedrigen.
Das Akronym TIAN* steht für Trans, Inter, Nichtbinäre (nobinary) sowie Agender Menschen. Teilweise wird auch nur TIN* verwendet.
Der Begriff Token bezeichnet eine Person aus einer diskriminierten Gruppe, deren Sichtbarkeit lediglich dazu dient, nach außen Vielfalt zu suggerieren oder bestehende Vorurteile zu bestätigen. So wird etwa eine einzelne Schwarze Mitarbeiterin auf Firmenfotos besonders sichtbar platziert oder Schwarze Schauspieler*innen bekommen fast nur Nebenrollen. In solchen Fällen fungieren sie als „Aushängeschild“, ohne dass tatsächliche Gleichberechtigung besteht. Im deutschen Kontext wird dafür manchmal auch abwertend von „Quotenmigrantinnen“, „-Schwarzen“ oder „-Frauen“ gesprochen.
Der Begriff geht auf die US-amerikanische Soziologin Rosabeth Moss Kanter zurück, die ihn Ende der 1970er-Jahre prägte. Er beschreibt die Rolle einer marginalisierten Person, die unfreiwillig als Alibi für Vielfalt herhalten muss. Dabei wird diese Person nicht als Individuum wahrgenommen, sondern auf vermeintliche Gruppenmerkmale reduziert und instrumentalisiert. Nach außen präsentieren sich Institutionen dadurch als modern und divers, während bestehende Machtstrukturen und Privilegien unangetastet bleiben. Für die Betroffenen kann das erhebliche Belastungen mit sich bringen, weil sie in stereotype Erwartungen gedrängt werden und sich dadurch entmenschlicht fühlen.
Das von Karl Popper formulierte Toleranz-Paradox beschreibt, dass völlige Toleranz am Ende ihre eigene Grundlage zerstören kann. Duldet eine offene Gesellschaft intolerante Positionen schrankenlos, geraten die Freiheiten der Toleranten in Gefahr. Um zu verhindern, dass Intoleranz die Oberhand gewinnt und demokratische Werte untergräbt, gilt daher das Prinzip: „Keine Toleranz für Intoleranz.“
Transformative Gerechtigkeit wurde vor allem von FLINTA* of Color in den USA entwickelt, um einen Umgang mit sexualisierter Gewalt außerhalb eines strukturell rassistischen Strafverfolgungssystems zu finden. Es ist ein befreiender Ansatz gegenüber Gewalt, der darauf abzielt, Sicherheit und Verantwortung zu gewährleisten, ohne dabei auf Entfremdung, Isolierung, Bestrafung und staatlicher oder systemischer Gewalt, die auch Inhaftierungen und Überwachung beinhalten, zu beruhen. Dieser Ansatz verfolgt die Annahmen, dass individuelle Gerechtigkeit und kollektive Befreiung gleichermaßen wichtig sind und aufeinander beruhen. Außerdem müssen gesellschaftliche und strukturelle Bedingungen die Gewalt ermöglichen so verändert werden, um individuelle und kollektive Gerechtigkeit zu ermöglichen. Ziel ist es, die unmittelbare Sicherheit und langfristige Heilung von Betroffenen, sowie die Prozesse der Verantwortungsübernahme von gewaltausübende Personen. Diese umfassen die Beendigung der Gewalt, die Verpflichtung, keine weitere Gewalt auszuüben, und die Wiedergutmachung. Dabei wird auch das soziale Umfeld mit einbezogen und so Veränderungs- und Heilungsprozesse für alle Beteiligten gefördert.
Trans-Misogynie bezeichnet eine Form der Transfeindlichkeit, die sich gezielt gegen trans Frauen oder trans-femme Personen richtet. Sie zeigt sich etwa darin, dass trans Frauen aus feministischen Räumen ausgeschlossen werden oder bestimmte Angebote für Frauen nicht nutzen dürfen. Hinzu kommt, dass an sie oft strengere Erwartungen gestellt werden als an cis Frauen: Eine trans Frau wird zum Beispiel eher infrage gestellt, wenn sie kurze Haare trägt, kein Make-up nutzt, Jogginghosen anhat oder sich nicht rasiert – Verhaltensweisen, die bei cis Frauen im Vergleich eher akzeptiert werden. Trans-Misogynie verbindet also transfeindliche und frauenfeindliche Strukturen.
Trigger sind Reize wie bestimmte Geräusche, Bilder oder Worte, die für eine konkrete Person belastende Erinnerungen an traumatische Erfahrungen, also eine konkrete Traumareaktion, hervorrufen können. Wichtig ist der Unterschied zwischen Aktivierung und Trigger-Reaktion („getriggert sein“): Im Zuge einer Aktivierung behalten wir im Gegenzug zu einer getriggerten Trauma-Reaktion gewisse Fähigkeiten, die eigene Gefühlswelt zu erkennen und zu reflektieren bei (Vgl. Umgäng - Handbuch Transformative Gerechtigkeit; S. 77f.)
Eine Trigger- oder Contentwarnung weist auf Inhalte hin, die emotional belastend oder retraumatisierend wirken könnten. Sie gibt Leser*innen und Zuhörer*innen die Möglichkeit, sich darauf vorzubereiten oder zu entscheiden, ob sie den Inhalt überhaupt konsumieren möchten. Solche Warnhinweise stehen meist am Anfang eines Textes oder Beitrags, oft mit etwas Abstand zum eigentlichen Inhalt, damit beides nicht gleichzeitig erscheint. Ihr Ziel ist es, einen möglichst sensiblen und sicheren Rahmen für alle Beteiligten zu schaffen. Ursprünglich stammen Triggerwarnungen aus der Traumatherapie und wurden später in feministischen und queeren Kontexten übernommen, um sensibler mit möglichen Belastungen umzugehen und Räume sicherer zu gestalten.
Upskirting setzt sich aus den englischen Wörtern „up“ auf deutsch „hoch“ und „skirt“ auf deutsch „Rock“ zusammen und beschreibt das unbefugte aber absichtliche Fotografieren oder Filmen von intimen Stellen einer Person ohne deren Einwilligung.
Auf Deutsch bedeutet Victim Blaming die betroffenen Person für das Erlebte verantwortlich zu machen und ist eine „Täter-Opfer-Umkehr“. Ursprünglich kam Victim Blaming insbesondere bei Vergewaltigungsprozessen als Strategie von Strafverteidigern vor, um die beschuldigte gewaltausübene Person zu entlasten. Heute ist Victim Blaming aber auch ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, das zum Beispiel bei der medialen Berichterstattung über sexualisierte Gewalt verbreitet ist.
Zivilcourage beschreibt das Eingreifen von Einzelpersonen oder Gruppen, die sich in Situationen mit einem deutlichen Machtgefälle auf die Seite der Benachteiligten stellen – oft, ohne zuerst an mögliche Risiken für sich selbst zu denken.
Zwangsheterosexualität bezeichnet die gesellschaftliche Erwartung, dass Heterosexualität die einzig „normale“ oder legitime Form von Sexualität sei, während andere Orientierungen abgewertet oder unsichtbar gemacht werden. Geprägt wurde der Begriff von Adrienne Rich, die damit die tief verankerte Heteronormativität kritisierte, die queere Lebensweisen systematisch ausschließt.
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